Unterstützer_Innen

Wenn ihr den Aufruf als Gruppe, Organisation oder Einzelperson inhaltlich unterstützen möchtet, wendet euch an: kontakt[at]netzwerk-asyl.de

Termine

Nun auch Anfahrtspläne online!

Antirassistische Woche in Rendsburg
vom 25. – 30.05.2009

Abschottung – Ausgrenzung – Abschiebeknast
Für globale Bewegungsfreiheit!

Programm:

Montag, 25.05., 19 Uhr, Volkshochschule Rendsburger Ring, Paradeplatz 11.
Die Situation im Abschiebeknast Rendsburg
ReferentInnen: Danny Jozez (ehemaliger Insasse)
VertreterInnen der Besuchergruppe der Christkirchengemeinde
Gregor Ferczynski (hauptamtl. Verfahrensberater)
Achim Weinrich (ehrenamtl. Verfahrensberater)
In Kooperation mit der Rosa Luxemburg-Stiftung Schleswig Holstein.

Dienstag, 26.05., 19 Uhr, T-Stube, Am Stadtsee
Flüchtlinge in Griechenland – Bericht über ein Antira-Camp auf Lesbos.
ReferentInnen: Kein Mensch ist illegal Hamburg

Mittwoch, 27.05., 19 Uhr, Internationales Zentrum, Materialhofstr. 1b.
FRONTEX und die EU-Außengrenze.
Referentin: Andrea Dallek (Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein)

Donnerstag, 28.05., 19 Uhr, Internationales Zentrum, Materialhofstr. 1b.
Gefangen am Flughafen & Bericht über die Arbeit der Organisation
„Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.“
Referent: Frank Gockel (Träger des Aachener Friedenspreises)
In Kooperation mit der Rosa Luxemburg-Stiftung Schleswig Holstein.

Freitag, 29.05., 17 Uhr, Schauburg Filmtheater, Schleifmühlenstraße 8.
„Und macht euch die Erde untertan“.
Ein Film über das Ilisu Staudammprojekt in den kurdischen Gebieten der Türkei, als Beispiel für die Entstehung von Fluchtursachen. Anschließend Diskussion über die allgemeine Situation in den kurdischen Gebieten in der T-Stube. Außerdem Information über ein Camp in Amed/Diyarbakir: http://international-amed-camp.org/
In Kooperation mit der Rosa Luxemburg-Stiftung Schleswig Holstein.

Samstag, 30.05., 11 Uhr, am Landestheater Rendsburg,
Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz 1.
Demonstration gegen Abschottung, Ausgrenzung und Abschiebehaft
-Für globale Bewegungsfreiheit!

Ab Samstag, 18. April: Jeden Samstag Infotisch am Schiffbrückenplatz, Rendsburg + Spenden sammeln für die Insass_Innen im Knast.

Kurzaufruf

Abschottung. Ausgrenzung. Abschiebeknast.
Gegen Festung Europa und Abschiebekbast!
Für globale Bewegungsfreiheit!

Der Rendsburger Abschiebeknast geht mittlerweile ins siebte Jahr seines Bestehens. Sieben Jahre, die exemplarisch für den in Deutschland praktizierten Umgang mit Flüchtlingen stehen.
Sieben Jahre, in denen die Menschenwürde systematisch ignoriert wurde, sieben Jahre, in denen mit allen Tricks gearbeitet wurde, um Abschiebungen notfalls auch gegen geltendes Recht durchzusetzen, sieben Jahre, in denen Menschen ihrer Freiheit beraubt wurden, weil der Staat sie als illegal betrachtet.

Asylsuchende müssen damit leben, dass fast 99% der Flüchtlinge das Asyl verweigert wird , obwohl 2007 insgesamt weniger als 20.000 Menschen auf der Suche nach Asyl nach Deutschland kamen.
Wen die Ausländerbehörden trotz eines abgelehnten Asylantrags nicht abschieben können, muss mit einer menschenverachtenden Duldungspraxis leben und sich mit rassistischen Mitarbeitern in der Ausländerbehörde rumschlagen, die Flüchtlinge häufig ganz offen schikanieren.

Für Menschen, deren Abschiebung beschlossen ist, ist der Rendsburger Abschiebeknast gedacht. Wenn diese Menschen ganz viel Glück haben, verhindert ein Gerichtsbeschluss ihre Abschiebung, die meisten haben dieses Glück nicht. Sie sitzen oft lange Zeit im Abschiebeknast, gezwungen, auf ihre Abschiebung zu warten. Die längste Haftdauer betrug 2007 mehr als ein halbes Jahr.
Der Rendsburger Abschiebeknast ist der zentrale Abschiebeknast für männliche Abschiebehäftlinge in Schleswig-Holstein, weibliche Häftlinge werden in der JVA Lübeck eingesperrt. 2007 waren 277 Personen im Rendsburger Abschiebeknast gefangen. 31 Menschen wurden entlassen, 70 Menschen von Rendsburg aus abgeschoben – in den Jahren davor noch deutlich mehr. 159 Personen wurden in ein sogenanntes Drittland abgeschoben, was mit ihnen passiert ist, taucht in deutschen Statistiken nicht auf.
Ein Beispiel dafür, wie willkürlich Abschiebehaft eingesetzt wird, ist der Fall der Familie Culum: Drei männliche Familienmitglieder wurden in Rendsburg inhaftiert, mehr als 100 Kilometer von Bad Schwartau, dem Wohnort der Familie entfernt. Ein gemeinsamer Umgang der Familie mit ihrer Situation wurde so unmöglich gemacht.

Der Abschiebeknast in Rendsburg ist, wie alle Abschiebeknäste, ein besonders deutlich sichtbares Zeichen für den Umgang mit MigrantInnen. „In Abschiebeknäste werden Flüchtlinge und MigrantInnen eingesperrt, um sie in das Herkunfts- oder ein anderes Land abzuschieben. Dort erwarten sie oft Folter, Mord, Hunger oder Knast. Abschiebeknäste sind menschenrechtsverletzend! Kein Abschiebeknast – nirgendwo!!!“
Im Fall des Rendsburger Abschiebeknasts werden diese Menschen auch noch eingesperrt, ohne etwas verbrochen zu haben.

Wir möchten den Rendsburger Abschiebeknast wieder in die öffentliche Diskussion rücken, nachdem es lange Zeit still um ihn war. Wir wollen den Knast aber nicht losgelöst von der allgemeinen Politik gegen Flüchtlinge und MigrantInnen betrachten, sondern in ihrem Kontext sehen: Als einen Baustein der Festung Europa, die wir einreißen wollen. Wir hoffen, ein kritisches Bewusstsein in Bezug auf die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik zu schaffen, unabhängig von konkreten emotional aufwühlenden Einzelfällen, denn jeder Mensch, der abgeschoben wird, ist so ein Einzelfall!

Daher rufen wir auf, zur Demonstration am 30. Mai, 11 Uhr, Rendsburg, Theatervorplatz

Abschiebeknäste dichtmachen – In Rendsburg und anderswo!
Weg mit allen Sondergesetzen gegen MigrantInnen – Für globale Bewegungsfreiheit!
Für ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen!

Organisiert von Netzwerk Asyl & Antifa Rendsburg

Unterzeichner_Innen:

Antifa Offensive Eckernförde * Antifaschistische Aktion Pinneberg Antifaschistische Initiative Elmshorn * Antifaschistische Aktion Rieseby * Autonome Antifa Eckernförde * Avanti – undogmatische Linke Kiel * Antikapitalistisches Schüler_Innenbündnis RD * Antifaschistische Aktion Neumünster * Bürengruppe Paderborn * Die Linke. Ortsverband Rendsburg * FIT – Für Integration und Toleranz – e.V. * JuSos Kreisverband Rendsburg-Eckernförde * Marlene hates Germany * MLPD Rendsburg * Autonome Antifa-Koordination Kiel *Frauenhaus Elmshorn * Andreas Breitner, Rendsburg * Claudia Heynen, Rendsburg * Dorothea Heiland, Rendsburg * Hanna E. Fetköter, Uelvesbüll * Holger Kruse, Rendsburg * Michael Skowronek, Fraktionsvorsitzender Die Linke. im Kreistag * und viele weitere Einzelpersonen